Gemeinsam stark: Der ADAC als Verein
Der ADAC ist der größte Verein Deutschlands – mit Millionen Mitgliedern, getragen von engagiertem Ehrenamt und fest verwurzelt in der Gesellschaft. Die Vereinsstruktur macht den ADAC stark, glaubwürdig und handlungsfähig. Sie stellt sicher, dass die Interessen der Mitglieder gehört und aktiv vertreten werden.
Im ADAC Verbund nimmt der ADAC Südbayern eine zentrale Rolle ein. Wir sind erste Anlaufstelle für die Belange der Menschen in unserer Region und bringen ihre Perspektiven in den bundesweiten Diskurs ein. Über Gremienarbeit und den Austausch mit Kommunen und Landespolitik wirken wir nah an den Menschen und zugleich weit über Südbayern hinaus.
Als drittgrößter Regionalclub haben wir Gewicht. Mit einer starken Präsenz in den Führungsgremien des ADAC und 23 Delegierten bei der Hauptversammlung haben wir eine kraftvolle Stimme. Doch all das wäre nichts ohne den Einsatz, den hunderte Ehrenamtliche unserer Ortsclubs in ihr Engagement vor Ort stecken. Hier schlägt das eigentliche Herz des ADAC.
Mobilität verändert sich – und mit ihr auch der ADAC. In dieser Entwicklung bleibt eine Konstante entscheidend: das Ehrenamt. Um diese Stärke zu bewahren und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des Vereins zu sichern, hat der ADAC 2025 die bundesweite Initiative „Unsere Zukunft als Verein“ gestartet. Manfred Sensburg, Stellvertretender Vorsitzender des ADAC Südbayern erläutert, welche konkreten Ziele und Maßnahmen hinter der Initiative stehen.
Warum wird das Ehrenamt für die Zukunft des ADAC immer wichtiger?
Das Ehrenamt war schon immer weit mehr als ein organisatorischer Baustein – es ist die Seele des ADAC. Je komplexer Mobilität wird, desto wertvoller ist die menschliche Nähe, die Ehrenamtliche in die Regionen tragen. Sie schaffen Vertrauen, geben dem Verein ein Gesicht und halten ihn nah an den Bedürfnissen der Menschen – sie prägen sozusagen die Identität unseres Clubs. Besonders in einer zunehmend digitalen Welt wird genau diese authentische Verbundenheit zum entscheidenden Vorteil. Die Zukunftsfähigkeit des ADAC hängt deshalb maßgeblich davon ab, wie gut es gelingt, dieses Engagement zu stärken, zu modernisieren und attraktiv zu gestalten.
Was braucht das Ehrenamt, damit es auch in Zukunft trägt?
Die größte Herausforderung besteht darin, sehr unterschiedliche Erwartungen an modernes Engagement mit den gewachsenen Strukturen des Vereins in Einklang zu bringen. Viele Menschen möchten sich heute flexibler, projektbezogener und mit klaren Rahmenbedingungen einbringen, während gleichzeitig die bestehenden Stärken des Vereins erhalten bleiben sollen. Damit das Ehrenamt auch in Zukunft trägt, braucht es klare Strukturen, echte Mitsprache sowie moderne Tools und transparente Prozesse. Eine offene Kultur des Austauschs zwischen Haupt- und Ehrenamt schafft die Basis, um Veränderungen voranzutreiben und besonders junge Menschen für unsere gesellschaftsrelevanten Themen zu gewinnen. Und diesen Weg gehen wir nun bewusst und verstärkt an.
Welche konkreten Maßnahmen plant der ADAC Südbayern?
Wir konzentrieren uns zunächst auf drei zentrale Maßnahmen: Erstens möchten wir Ehrenamtliche weiter stärken – unter anderem durch gezielte Weiterbildungen wie die Ausbildung zum Vereinsmanager oder Qualifizierungen in Zusammenarbeit mit Sportverbänden. Zweitens möchten wir die bundesweite Einführung eines Jugendclubs für Mitglieder unter 30 Jahren prüfen, der Raum für Austausch, eigene Projekte und gesellschaftliches Engagement schafft. Drittens soll ein Ideenwettbewerb für Mitglieder unter 25 ins Leben gerufen werden, um deren Vorstellungen für das Ehrenamt der Zukunft sichtbar zu machen.
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Ja
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Nein
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Früher schon, mittlerweile nicht mehr
Ehrenamtliches Engagement ist ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Gesellschaft – gerade in Zeiten, in denen viele Menschen nach Orientierung, Gemeinschaft und Sinn suchen. Vereine und Verbände bieten genau das: Räume, in denen Menschen füreinander da sind, Verantwortung übernehmen und etwas bewegen. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, ein Umfeld zu schaffen, in dem Engagement nicht zur Belastung wird. Wir haben mit Dr. Nana Bimpong-Buta, Kardiologe, Autor (Spiegel Beststeller „Happy Heart“) und Experte für Herzgesundheit, darüber gesprochen, warum die innere Motivation im Ehrenamt eine zentrale Rolle spielt, wie passende Rahmenbedingungen geschaffen werden können und welche Impulse helfen, Engagement und Selbstfürsorge in Einklang zu bringen.
Sie sprechen oft über die „Herzensmission“ eines Menschen. Welche Rolle spielt eine solche innere Motivation im Ehrenamt – und wie kann sie Vereine langfristig stärken?
Im Ehrenamt ist die innere Motivation nicht nur ein schöner Zusatz, sondern die eigentliche Grundlage. Menschen engagieren sich dort nicht, weil sie müssen, sondern weil sie spüren, dass ihr Einsatz etwas bewirkt und sie genau das auch selbst stärkt. Diese Herzenshaltung trägt einen enorm – gerade dann, wenn Herausforderungen auftreten, die man nicht in Lehrbüchern findet. Intrinsische Motivation, also wenn wir etwas rein um seiner selbst willen tun, bewirkt viel mehr, als wenn wir durch extrinsische Beweggründe, zum Beispiel das Gehalt, zu unseren Taten motiviert werden. Das kenne ich aus über 20 Jahren Medizin sehr gut: Die Momente, in denen wir über uns hinauswachsen, entstehen nicht durch Zwang und Wissen, sondern durch das, was uns innerlich antreibt. Unser Herz schenkt uns Kreativität und ermöglicht es uns, Dinge zu tun, die objektiv kaum machbar erscheinen – sei es ein Buch zu schreiben, obwohl man voll berufstätig ist, oder sich zusätzlich ehrenamtlich zu engagieren. Im Ehrenamt bedeutet das: Wer mit Herz handelt, zieht andere mit. Genau davon profitieren Vereine langfristig, weil Engagement, das aus innerer Überzeugung kommt, stabiler, nachhaltiger und sogar ansteckend ist. Es stärkt die Gemeinschaft, gibt Orientierung und schafft Räume, die ohne Ehrenamt nicht existieren würden. Und ganz nebenbei tut es übrigens auch der eigenen Herzgesundheit gut, wenn man etwas Sinnstiftendes tut.
Sie sprechen darüber, wie wichtig es ist, auf das eigene Herz zu hören. Wie können Vereine Rahmenbedingungen schaffen, in denen Ehrenamtliche ihre Stärken einbringen können, ohne sich selbst zu überlasten und langfristig begeistert bleiben?
Aus meiner Erfahrung – gerade aus der Notfallmedizin – weiß ich: Selbst in hochkomplexen Situationen entscheidet am Ende nicht der Einzelne, sondern das Team. Und ein Team funktioniert nur dann gut, wenn die Rahmenbedingungen klar, einfach und unterstützend sind. Vereine können viel bewirken, indem sie Strukturen schaffen, die Orientierung geben, aber nicht überfordern und so für eine gute Zusammenarbeit sorgen. Gerade Einfachheit ist dabei enorm wichtig. Wenn Abläufe, Standards und Zuständigkeiten verständlich und unkompliziert sind, entsteht eine Form von Leichtigkeit. Menschen können ihre Energie dann in die Sache selbst investieren – nicht in Bürokratie oder darin, Hürden zu überwinden. Das steigert die Umsetzungsfähigkeit, und diese entscheidet darüber, ob Engagement langfristig Freude macht. Ehrenamtliche brauchen das Gefühl, dass ihre Zeit sinnvoll genutzt wird und dass sie ohne große Hindernisse wirken können. Wenn Vereine Räume schaffen, in denen Zusammenarbeit selbstverständlich ist, in denen man sich gegenseitig stärkt und in denen Fehler nicht als Problem, sondern als Lernmoment gesehen werden, entsteht ein wertschätzendes Klima voller Unterstützung und gegenseitigem Vertrauen, in dem Menschen gerne bleiben. Das ist die Basis für nachhaltiges Ehrenamt.
Viele Ehrenamtliche engagieren sich neben ihrem eigentlichen Beruf und der Familie. Welche Impulse geben Sie Menschen, damit sie ihr Engagement mit Herz und zugleich mit Achtsamkeit gegenüber ihrer eigenen Gesundheit gestalten können?
Das Wichtigste ist, gut auf sich selbst zu achten. Dauerhafte Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch ständiges „Funktionieren“, sondern durch bewusste Pausen und Achtsamkeit. Ich werde oft gefragt, wie ich Klinik, Buch, Podcast, Vorträge und Familie unter einen Hut bekomme. Die Antwort ist: Indem ich mir selbst genauso viel Aufmerksamkeit schenke wie meinen Aufgaben. Für mich gehören dazu Pausen, wie beispielsweise durch Gebete oder Meditation, Reflexion und das bewusste Pflegen meiner Beziehungen. Man muss nicht stundenlange Auszeiten nehmen – manchmal reicht eine Minute. Bereits eine einzige Minute, in der man das Handy ausschaltet, tief durchatmet, in sich hineinhört und zur Ruhe kommt, kann das Herz spürbar entlasten. Denn unser Herz hat eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit, wenn wir ihm Raum geben. Genauso wichtig ist das private Umfeld. Familie und Freunde sind mein Fundament. Wenn ich nach Hause komme und von meinen beiden Töchtern begrüßt werde, erinnert mich das daran, was wirklich zählt. Wer seine Basis pflegt, kann anderen helfen, ohne auszubrennen. Ehrenamt soll Freude machen, nicht erschöpfen. Deshalb ist es entscheidend, die eigene Energie zu schützen, Grenzen zu setzen und sich bewusst Zeiten der Erholung zu nehmen. Wer gut für sich sorgt, kann langfristig für andere da sein – und das ist letztlich das Herzstück jedes Engagements.
Als ADAC Südbayern sind wir der größte Verein in Bayern und stehen für eine starke Gemeinschaft und demokratische Teilhabe. Herzstück und wichtigste Veranstaltung in unserem Vereinsjahr ist dabei die Mitgliederversammlung, an der jedes Mitglied aus Südbayern teilnehmen kann. Mit rund 300 Delegierten blicken wir bei unseren Mitgliederversammlungen auf das vergangene Jahr zurück und stellen die Weichen für die Zukunft. Zudem finden Wahlen zu unseren Gremien sowie die Delegiertenwahl für die Hauptversammlung statt. Die Mitgliederversammlung ist gelebte Mitbestimmung und macht unseren Verein stark.