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Mobilität der Zukunft
Kapitel 1, Jahresbericht 2025, ADAC Südbayern

Individuell und nachhaltig in die Zukunft

Der Verkehrssektor steht vor einem der größten Wandel seiner Geschichte. Auch wenn die EU das geplante Verbrennerverbot aufgeweicht hat, werden Benzin und Diesel in Zukunft eine kleinere Rolle spielen und vor allem der Pkw-Verkehr immer häufiger elektrisch unterwegs sein.

Doch auch abseits der Frage nach dem Antrieb der Zukunft ist ein deutlicher Wandel feststellbar. Das Nutzungsverhalten der jungen Generationen zeigt: Mobilität und Automobil verlieren nicht an Relevanz. Der Trend geht jedoch zu mehr Multimodalität und Individualität. In den Städten erkennt man das an den unterschiedlichsten Sharing-Angeboten, vom kleinen E-Scooter bis hin zum spontan buchbaren Elektroauto.

Als ADAC begleiten wir diesen Wandel und wandeln uns dabei kontinuierlich selbst. Als Mobilitätsclub, der die Bedürfnisse seiner Mitglieder in den Mittelpunkt stellt – egal, was sie antreibt.

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© ADAC Südbayern/Flo Huber
INTERVIEW
Vorstandsmitglied Rüdiger Lode

Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen und welche Rolle nimmt dabei das Auto ein? Rüdiger Lode, Vorstand für Verkehr, Umwelt und Fahrzeugtechnik beim ADAC Südbayern wagt einen Blick in die Zukunft.

Mobilität ist im Wandel. Immer neue Formen der Fortbewegung ziehen in die Gesellschaft ein. Wird das Auto in Zukunft überhaupt noch wichtig sein? 

Das steht außer Frage. Gerade in einem Flächenland wie Bayern ist das Auto unverzichtbar. Vor allem in Landstrichen, wo der ÖPNV nicht ausreichend ausgebaut ist, stellt das Auto die einzige Möglichkeit dar, schnell und sicher ans Ziel zu kommen. Veränderungen werden wir allerdings bei der Antriebstechnik erleben. Wobei man hier klar sagen muss: Wir sind noch lange nicht so weit, dass sich Elektromobilität flächendeckend und bezahlbar durchsetzen würde. Verbrennungsmotoren werden auf absehbare Zeit weiterhin der verbreitetste Antrieb auf den Straßen im Freistaat sein.

Aktuell machen Elektrofahrzeuge weniger als vier Prozent des Fahrzeugbestands in Deutschland aus. Was muss passieren, dass die E-Mobilität mehr Fahrt aufnimmt? Kann die neue Kaufprämie helfen?

Zum einen muss ein batterieelektrisches Fahrzeug zu den alltäglichen Anforderungen passen. Zum anderen muss es in erreichbarer Nähe auch einen Ladepunkt geben, der ein schnelles und günstiges Laden der Fahrbatterie ermöglicht. Das letzte Zünglein an der Waage ist dann noch der Anschaffungspreis. Bislang fehlen noch kompakte, günstige E-Fahrzeuge, die ein breiteres Publikum erreichen. Die Prämie kann zumindest ein kleiner Schritt in Richtung einer bezahlbaren Elektromobilität sein.

Neben einem nachhaltigeren Antrieb, welche weiteren großen Herausforderungen sehen Sie in der Mobilität von morgen?

Angesichts der anhaltenden Inflation dürfte die größte Herausforderung der kommenden Jahre die Bezahlbarkeit der Mobilität sein. Auch deshalb ist eine zusätzliche politische Verteuerung von bestimmten Mobilitätsformen ohne echte Alternativen der falsche Weg.

Ein weiteres Problem hängt mit der neuen Vielfalt der Mobilitätsangebote zusammen. Vor allem in der Stadt muss der begrenzte Verkehrsraum fair unter allen Verkehrsteilnehmern aufgeteilt werden – ohne dabei einzelne Formen der Mobilität zu vernachlässigen oder gar auszuschließen.

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© MVV München/Marcus Schlaf
INTERVIEW
MVV Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch

Nicht nur der Individualverkehr steht vor einem tiefgreifenden Wandel, auch der ÖPNV muss sich für die Zukunft fit machen. Wir haben mit MVV Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch zur Zukunft der öffentlichen Verkehrsmittel gesprochen.

Das Deutschlandticket hat den ÖPNV und die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel revolutioniert. Aber: Hat das Ticket bei steigenden Kosten eine Zukunft?

Das Deutschlandticket besticht durch zwei Eigenschaften: Es ist sehr günstig und in ganz Deutschland nutzbar. Für Weitpendler und Vielfahrer haben sich die Preise gegenüber den früheren Fahrkartenpreisen teils mehr als halbiert. Daher wird für viele Pendler das Deutschlandticket, auch wenn der Preis steigt, ein attraktives Produkt bleiben. Für Wenignutzer und Kurzpendler bieten wir heute schon mit dem Verbundtarif eine gute und teils günstigere Alternative. Die Kunden werden, wie bei jedem Einkauf, auch hier rational entscheiden und das für sie beste Angebot nutzen: Deutschlandticket oder Verbundtarif. Dabei ist die deutschlandweite Gültigkeit positiv, aber für viele doch nicht entscheidend. Wir wissen, dass über 90 Prozent der Fahrten mit dem Deutschlandticket innerhalb des MVV stattfinden, viele weitere nach Augsburg und Ingolstadt und nur sehr wenige darüber hinaus. 

Wie kann ein Ausbau des ÖPNV in den nächsten Jahren in einem Flächenland wie Bayern gelingen?

Entscheidend bleibt die Eisenbahn als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Die Sanierung des Netzes muss schnellstens vorangehen und Pläne wie zum Beispiel das Bahnausbau-München-Programm müssen schnellstens umgesetzt werden. Die Eisenbahn muss wieder die pünktliche Alternative sein, mit einem hohen Takt. Hier ist der Bund gefordert. U-Bahnen und Trambahnen haben eine ähnliche Rolle innerhalb der Städte. Die Ergänzung sind dann die Busverkehre, zunehmend auch On-Demand-Verkehre (ODM) mit Kleinbussen, die Ballungsräume und ländliche Räume erschließen. Sie decken die Verkehrsbedürfnisse vor Ort ab und sind Zubringer zu den Bahnhöfen. Diese brauchen eine stärkere finanzielle Unterstützung, zumindest bis wir in mittlerweile absehbarer Zeit autonomes Fahren im Öffentlichen Verkehr haben. An diesem Thema wird derzeit massiv gearbeitet. Wir gehen davon aus, dass die ersten ODM-Verkehre in wenigen Jahren im Markt sind. Mittelfristig wird der autonome Bus kostengünstiger sein als der Busverkehr heute und zudem ein deutlich höheres Angebot bieten.

Welche Rolle spielen noch Verkehrsverbünde?

Verkehrsverbünde sind die Integratoren verschiedener Mobilitätsformen. Durch den gemeinsamen Tarif im MVV verkaufen wir trotz Deutschlandticket weiter etwa 80 Millionen Fahrkarten im Jahr. Besonders attraktiv ist der Kauf eines Tickets über MVVswipe. Damit kann man sich über das Smartphone beim Einsteigen einchecken und beim Aussteigen wieder auschecken und hat automatisch das richtige Ticket gekauft. Verbünde bieten heute und in Zukunft die Grundlage für einen einfach nutzbaren ÖPNV, zum Beispiel durch die alle Verkehrsmittel übergreifenden Fahrgastinformationen. Angebote wie Park und Ride (P+R) beziehungsweise Park und Mitfahren (P+M) machen die Verbünde ebenso unersetzlich wie die Organisation des Regionalbusverkehrs sowie den Aufbau eines autonomen Busverkehrs in den Landkreisen.

VIDEO
Mehr Flexibilität beim Mobilitätswandel gefordert

Beim Zukunftsforum Verkehrspolitik des ADAC Südbayern diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie über die Zukunft der Mobilität, das Verbrennerverbot auf EU-Ebene und die möglichen Konsequenzen für Bürger, Unternehmen und den Klimaschutz. Auf der Bühne fanden sich neben dem stellvertretenden Bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger auch die Grünen-Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, die Politikbeauftragte der AUDI AG, Bettina Hölzle, Prof. Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik an der Technischen Universität München sowie der Geschäftsführer des ADAC Südbayern, Björn Dosch, ein.

Kurz & knapp
IAA Mobility
München als Zentrum der Mobilität von morgen
München ruft und die Welt kommt. Zum dritten Mal öffnete die IAA Mobility in München ihre Pforten. Während sich der IAA Summit auf dem Messegelände an das Fachpublikum richtete, stellten die Autohersteller auf den Open Spaces ihre Automobil-Neuheiten der breiten Öffentlichkeit vor. Zum Staunen und Ausprobieren: Insgesamt 200 verschiedene Modelle standen für Testfahrten bereit. Natürlich präsentierte sich auch der ADAC mit dem Stand auf dem Königsplatz wieder als kompetenter Ansprechpartner in der Welt der Mobilität. Und das wird wohl auch die nächsten drei Ausgaben so sein. Denn die IAA Mobility bleibt München bis einschließlich 2031 erhalten.
Elektromobilität im Alltag
Ladeinfrastruktur entlang der Autobahn
Immer mehr Menschen setzen auf E-Autos – und das natürlich auch auf der Langstrecke. Deshalb hat der ADAC erstmals die Ladebedingungen an den 15 längsten Autobahnen untersucht. Sieben südbayerische Rastanlagen und Autohöfe wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Drei Autohöfe erhielten das Testurteil „gut“, ein Autohof wurde nur mit „ausreichend“ bewertet. Von den drei Rastanlagen erhielten ebenfalls zwei die Note „ausreichend“, eine Rastanlage fiel als „sehr mangelhaft“ durch. Ein großes Ärgernis: Die niedrige Ladeleistung von nur 50 kW – hier muss dringend nachgebessert werden. Aber auch in Sachen Komfort besteht noch Entwicklungspotenzial.
Verkehrsberatung
Unterstützung für Kommunen bei Verkehrsfragen
Der ADAC Südbayern unterstützt Kommunen und Landkreise auf unterschiedliche Art und Weise bei der Verkehrsberatung. Das Projekt „Leise kommt an“, mit dem in Gemeinden, die stark von Motorrad- und Fahrzeuglärm belastet sind, für rücksichtsvolles Fahren geworben wird, ist nur ein Beispiel. Im Jahr 2025 waren wir damit unter anderem in Bayrischzell, Grafrath und Bad Gögging aktiv. Darüber hinaus begleiten wir vorgeschriebene Verkehrsschauen, prüfen Beschilderung und Markierungen, beraten Gemeinden zu gesetzlichen Vorgaben und unterstützen sie bei Bürgeranliegen.
Testzentrum Mobilität Penzing
Spannende Einblicke beim Tag der offenen Tür
Im ADAC Testzentrum Mobilität Penzing führt der Automobilclub seit 2018 Tests im Sinne des Verbraucherschutzes durch. Im Juli 2025 öffnete das Zentrum seine Pforten zum Tag der offenen Tür und bot Besuchern spannende Einblicke in innovative Technologien und Verkehrssicherheit. Auch wir als ADAC Südbayern waren vor Ort und machten Mobilität von heute und morgen mit vielfältigen Angeboten erlebbar – von Inklusion im Motorsport bis hin zu Mitmachaktionen für Groß und Klein. Ein gelungener Tag, der zeigt: Mobilität ist alles andere als langweilig!
Radservice-Stationen
Erste Hilfe bei Fahrradpannen
Viele unserer Mitglieder sind nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Fahrrad unterwegs. Und auch hier gilt: Wer eine Panne hat, braucht schnelle Hilfe. Seit mehreren Jahren sorgt die ADAC Fahrrad-Pannenhilfe dafür, dass auch Zweiräder schnell wieder mobil sind. Mit den Radservice-Stationen bieten wir zudem eine unkomplizierte Hilfe zur Selbsthilfe. Kleinere Pannen lassen sich dank des passenden Werkzeugs an den Stationen direkt selbst reparieren – kostenlos und rund um die Uhr. Aktuell stehen in Südbayern 35 Radservice-Stationen an beliebten Radwegen, wie dem Bodensee-Königssee-Radweg. Und auch für 2026 sind neue Standorte geplant.
Bayernauftakt von „Roller Fit“
Bewegung, Sicherheit, Selbstvertrauen für Grundschüler
Roller liegen im Trend und erfreuen sich auch bei Kindern zunehmender Beliebtheit. Eine grundsätzlich erfreuliche Entwicklung, die Bewegungsmangel vorbeugt. Mit dem Tretroller zur Schule zu fahren statt mit dem Elterntaxi, ist zweifelsohne gesünder und nachhaltiger. Doch darf die Verkehrssicherheit nicht zu kurz kommen. Hier setzt das Programm „Roller Fit“ der ADAC Stiftung an, das wir als ADAC Südbayern unterstützen. Seit 2025 tourt es vollständig ausgebucht durch den Freistaat. Lehrkräfte erhalten eine Fortbildung und anschließend das nötige Equipment, um ein Starterpaket zu nutzen, mit dem sie mit ihren Grundschülern Gleichgewicht, Motorik und Fortbewegung trainieren können.
 
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