Die Bedeutung historischer Fahrzeuge in Zeiten des Mobilitätswandels
Gerade in einer Zeit, in der sich Mobilität rasant verändert, erinnern Oldtimer daran, woher wir kommen – und warum es sich lohnt, automobile Geschichte zu bewahren. Als rollende Zeitzeugen machen sie technische Innovationen, Designtraditionen und gesellschaftliche Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg sichtbar.
Aus Sicht des ADAC Südbayern zeigt sich heute mehr denn je, wie lebendig und relevant dieses Kulturgut ist. Die Oldtimer-Szene wächst kontinuierlich, und immer mehr Fahrzeuge aus den 90er-Jahren erreichen nun das Oldtimeralter – ein Wandel, der die Szene verjüngt und neue Begeisterung entfacht.
Der anhaltende Aufschwung unterstreicht die Bedeutung engagierter Bewahrer dieses Kulturguts – und der ADAC Südbayern zählt seit jeher dazu. Mit seiner technischen Expertise, vielfältigen Oldtimerevents und der Förderung einer leidenschaftlichen Gemeinschaft setzt er sich dafür ein, historische Fahrzeuge als lebendige Ikonen der Mobilitätskultur zu erhalten.
Nostalgie sowie Leidenschaft und Faszination für das rollende Kulturgut – ADAC Südbayern Vorstandsmitglied Martin Krisam spricht darüber, warum Oldtimer weit mehr als schöne Fahrzeuge sind und welche Weichen für den Erhalt der Oldtimerkultur gestellt werden müssen.
Was macht die Faszination Oldtimer aus?
Oldtimer sind weit mehr als historische Fahrzeuge. Sie sind Kulturgüter, die zeigen, wie Technik, Handwerk und Ingenieurskunst früher gedacht und gelebt wurden. Viele Menschen verbinden mit ihnen prägende Erinnerungen wie Familienurlaube oder den Klang eines Motors, der längst aus dem Straßenbild verschwunden ist. Gleichzeitig faszinieren Oldtimer, weil sie entschleunigen. Sie wollen gepflegt, verstanden und mit Gefühl bewegt werden. Wer sich für sie begeistert – ob am Steuer oder als Zuschauer – erlebt Nostalgie pur und ein Stück lebendige Geschichte.
Welche Bedeutung haben Oldtimerevents wie das ADAC Maxlrainer Oldie Feeling für die Szene?
Veranstaltungen wie unser ADAC Maxlrainer Oldie Feeling sind das Herz der Szene. Sie bringen Enthusiasten zusammen, fördern den Austausch, den Wissenstransfer sowie die Begeisterung und Leidenschaft des Nachwuchses. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des automobilen Kulturguts, indem sie Restauratoren und Teilehändlern eine Plattform bieten und das Bewusstsein für den Wert klassischer Technik schärfen. Oldtimerevents sind also nicht nur Treffpunkte für Liebhaber, sondern lebendige Kulturpflege und ein wichtiger Motor für die Weiterentwicklung der Szene.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Oldtimerkultur?
Ich wünsche mir, dass die Oldtimerkultur lebendig bleibt und sich weiterentwickelt. Dafür braucht es Menschen, die sich für Mechanik, Design und historische Zusammenhänge begeistern. Ebenso wichtig sind spezialisierte Werkstätten, fundiertes Fachwissen und eine verlässliche Ersatzteilversorgung. Nur das Zusammenspiel all dieser Faktoren stellt sicher, dass klassische Fahrzeuge auch künftig auf der Straße erlebbar bleiben und ihre Faszination weitergeben können – und dafür setzen wir uns als ADAC Südbayern weiterhin ein.
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... alle Fahrzeuge über 30 Jahre
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... nur wirklich alte Fahrzeuge (>40 Jahre)
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... auch Youngtimer. Die sind für mich eigentlich ebenfalls Oldtimer
Wie lässt sich automobilen Kulturgütern eine Zukunft geben? Genau darum kümmert sich der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut. Vorsitzender Carsten Müller, Bundestagsabgeordneter und leidenschaftlicher Autofan, erklärt, weshalb Oldtimer trotz Klimadebatte relevant bleiben und warum selbst heutige Modelle das Potenzial haben, die Klassiker von morgen zu werden.
Welche konkreten Ziele verfolgt der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut?
Die überwiegende Mehrheit der Menschen verknüpft besondere Emotionen und persönliche Erinnerungen mit Oldtimern. Der im Mai 2009 gegründete interfraktionelle Parlamentskreis Automobiles Kulturgut im Deutschen Bundestag (PAK) zielt auf den erlebbaren Erhalt des technischen Erbes auf den Straßen als rollende Zeugnisse ingenieurstechnischer und handwerklicher Fertigkeiten. Oldtimer stiften Identität, fördern die Gemeinschaft und bilden einen bedeutenden Wirtschaftszweig. Im PAK erörtern interessierte Mitglieder des Bundestags mit Gästen aus Wirtschaft, Medien und Verbänden frühzeitig Problematiken und finden Lösungen.
Wie lässt sich der Erhalt automobilen Kulturguts mit den Klimazielen vereinbaren?
Historische Fahrzeuge sind für die Klimaziele quasi zu vernachlässigen. Die jährlichen Durchschnittsfahrleistungen von Oldtimern sind mit 1600 Kilometern äußerst gering. Ihr Anteil an der Gesamtfahrleistung des Pkw-Bestandes liegt bei nur 0,2 Prozent. Auch sind alle mit Ottomotor angetriebenen Fahrzeuge, die jetzt die Altersgrenze eines Oldtimers erreichen, serienmäßig mit einem geregelten Kat ausgestattet. Alle damaligen Fortschritte in der Filter- und Reinigungstechnik spiegeln sich im Oldtimerbestand wider. Schließlich kommen die Fortschritte moderner Kraftstoffe auch den historischen Fahrzeugen zugute.
Können heutige Fahrzeuge noch zu begehrten Sammlerstücken werden?
Auf jeden Fall. Fahrzeuge aus jeder Epoche werden zu Sammlerstücken. Was uns in Zukunft begeistern wird, hängt von vielen Faktoren ab. Neben persönlichen Momenten, wie dem ersten eigenen Auto, dem Fahrzeug der Eltern oder anderen persönlichen Erinnerungen sind manche Einflüsse der Zukunft heute noch schwer absehbar. Wir alle kennen Fahrzeuge, die bei der Markteinführung eher als Flop galten und heute sehr begehrt sind. Was aber auch in Zukunft zentrale Kriterien sein werden, sind Erhaltungszustand und Authentizität.
Regen von oben, Chromglanz von unten: Trotz schlechten Wetters wurde die Schlosswiese in Maxlrain bei Bad Aibling Ende Mai zum bunten Oldtimer-Meer. Rund 500 Klassiker und 2200 Besucher fanden sich zu unserem 26. ADAC Maxlrainer Oldie Feeling ein – Nostalgie pur. Unzählige Motorengespräche, zwei Bühnen mit Live-Musik und Unterhaltung, unsere ADAC Welt mit Rennsimulator und Rennmäuse-Parcours sowie unser Glücksrad für den guten Zweck sorgten für jede Menge Abwechslung bei den großen und kleinen Besuchern. Eingebettet war das Oldie Feeling erneut ins Bayerische OldtimerFestival, das bereits am Vortag mit der 5. ADAC Maxlrain Classic und der Oldie Night begonnen hatte.