Motorsport in Südbayern: mit Leidenschaft auch international weit vorn
Motorsport hat in Südbayern eine lange Tradition und wird hier nicht nur mit großer Leidenschaft, sondern auch mit beachtlichem Erfolg betrieben. Die Region zählt zu den Regionen mit den meisten Motorsportvereinen in Deutschland. Allein im ADAC Südbayern sind rund 200 Ortsclubs organisiert. Aus ihren Reihen gehen immer wieder erfolgreiche Motorsportler hervor, die ihr Talent auch auf internationaler Bühne unter Beweis stellen. Auch bei der Ausrichtung von Veranstaltungen zeigt Südbayern regelmäßig Motorsport auf Weltklasseniveau: vom ADAC Hallen-Trial in Ingolstadt mit nationalen und internationalen Stars der Zweiradszene über den Speedway GP of Germany beim AC Landshut bis hin zur Central European Rally (CER). Diese bot als WM-Lauf drei Jahre in Folge hochklassigen Rallye-Sport und setzte zugleich ein starkes Zeichen für Völkerverständigung. Die Motorsportszene in Südbayern beweist damit immer wieder aufs Neue, dass ihre Leidenschaft und ihr Engagement keine Grenzen kennen.
Von 2023 bis 2025 gastierte die FIA Rallye-Weltmeisterschaft mit der Central European Rally (CER) bei uns in Südbayern und setzte dabei Meilensteine. Als länderübergreifende Großveranstaltung in Deutschland, Österreich und Tschechien war sie auch ein starkes Zeichen der Völkerverständigung. Unser Vorsitzender Dr. Gerd Ennser blickt zurück auf die drei Ausgaben der CER.
Die Central European Rally war als Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft in drei Ländern ein einzigartiges und ambitioniertes Projekt. War es aus Ihrer Sicht ein Erfolg?
Die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Organisationen aus drei Ländern war eine große Herausforderung, die wir als ADAC Südbayern federführend gestaltet haben. Sie ist hervorragend verlaufen. Wir haben uns drei Jahre lang als weltoffener Gastgeber präsentiert und die besten Rallye-Fahrer der Welt in die Region geholt. Dabei konnten wir im Schnitt mehr als 100.000 Zuschauer pro Veranstaltung mobilisieren. Insofern: Ja, die CER war aus unserer Sicht ein erfolgreiches Projekt.
Welche sind für Sie die beeindruckendsten Meilensteine der CER?
Ich möchte herausstellen, dass wir ab der ersten Ausgabe eine Veranstaltung auf WM-Niveau mit einer erstklassigen Organisation auf die Beine gestellt haben. Natürlich läuft nicht immer alles tadellos ab. Doch es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen. Das haben wir geschafft. Besonders stolz können wir darauf sein, dass wir schon 2023 bei der Premiere die Anforderungen für das höchste Nachhaltigkeitszertifikat der FIA erfüllt haben. Das ist vor uns noch keinem Veranstalter gelungen. Wir haben das große Glück, dass wir das in diesem Jahr auch beim Comeback der ADAC 3 Städte Rallye weiterhin nutzen dürfen.
Welchen Anteil haben die Menschen in der Region am Erfolg der CER?
Einen unglaublich großen. Die Region hat die Fahrer und Teams der FIA Rallye-Weltmeisterschaft mit großem Enthusiasmus willkommen geheißen und uns in vielen Bereichen unterstützt. Hier geht es bei weitem nicht nur um die Akzeptanz der Bevölkerung, sondern vielmehr um die tatkräftige Unterstützung. Ortsansässige Vereine, Feuerwehren und Hilfsorganisationen haben die Fanzonen bewirtet. Dort haben sich die Fans willkommen und sicher gefühlt. Bedanken möchte ich mich nochmals bei den Kommunen, der Polizei und den Behörden, die unser Projekt begrüßt und unterstützt haben. Hier haben wir Hand in Hand gearbeitet.
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Ich finde sie wichtig – für Wirtschaft, Tourismus und Freizeitgestaltung
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Ich empfinde den Trubel von sportlichen Großveranstaltungen in meiner Region als anstrengend
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Kleine, regionale Sportveranstaltungen sind besser und wichtiger als Großveranstaltungen
Rudolf Hirz ist zweiter Bürgermeister der Gemeinde Hauzenberg im Landkreis Passau. Unter anderem seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Central European Rally (CER) mit einer Durchfahrtskontrolle, dem Service-Park des ADAC Opel Electric Rally Cup und einer Mittagspause der historischen Autos von Slowly Sideways eine starke Präsenz hatte. Er hat die Strahlkraft der CER erkannt, die weit über das Sportliche hinausgeht.
Sie haben den Beinamen „Rallye-Bürgermeister“ erhalten, da Sie sich für die CER stark gemacht haben. Warum war Ihnen wichtig, dass Hauzenberg ein Teil der CER ist?
Der Beiname ist natürlich augenzwinkernd gemeint, aber er trifft den Kern ganz gut. Mir war es wichtig, dass Hauzenberg Teil der Central European Rally wird, weil diese Veranstaltung weit mehr ist als ein Motorsportevent.
Hauzenberg liegt in einer traditionsreichen Rallye-Region. Viele Menschen hier identifizieren sich seit Jahrzehnten mit dem Rallyesport – als Zuschauer, Ehrenamtliche oder aktive Unterstützer im Verein. Die CER knüpft genau an diese Tradition an und führt sie auf internationalem Niveau fort. Es war mir wichtig, dass unsere Stadt dabei nicht außen vor bleibt, sondern sichtbar Teil dieses großen Ganzen ist.
Zudem bringt die Rallye spürbare Impulse für Hauzenberg: touristisch, wirtschaftlich und auch im Hinblick auf das Image. Hotels, Gastronomie und Einzelhandel profitieren, und gleichzeitig präsentieren wir unsere Region einem internationalen Publikum. Das stärkt den ländlichen Raum nachhaltig.
Nicht zuletzt ging es mir auch um den Zusammenhalt. Vereine, Feuerwehren und Ehrenamtliche wurden aktiv einbezogen. Diese gemeinsame Aufgabe schafft Identifikation und Stolz auf das, was wir als Kommune leisten können. Genau deshalb habe ich mich mit Überzeugung dafür eingesetzt, und im Nachhinein hat jeder gesagt: „Schee war’s.“
Die CER hat zusätzliche Touristen und Umsätze in die Region gebracht. Denken Sie, dass diese positiven Effekte auch noch über die Veranstaltung hinaus nachhallen?
Ich bin überzeugt, dass ein Teil dieser positiven Effekte tatsächlich über die Veranstaltung hinaus nachhallen kann – auch wenn sich Nachhaltigkeit bei solchen Events nicht von heute auf morgen messen lässt.
Zunächst einmal hat die Central European Rally Hauzenberg weit über die Region hinaus sichtbar gemacht. Viele Menschen haben unsere Landschaft, unsere Innenstadt und die besondere Atmosphäre erstmals wahrgenommen. Allein diese Bilder und Eindrücke bleiben im Kopf – und genau dort beginnt nachhaltiger Tourismus. Ob jemand später sagt: „Da fahre ich privat noch einmal hin“, wird sich zeigen, aber die Chance dafür war selten so groß wie jetzt.
Für Hauzenberg war die Rallye zweifellos ein Event der Superlative. Ein Vergleich mit dem Almabtrieb im Zillertal trifft es sehr gut – nur eben „umgekehrt“: Wir haben die Autos auf den Berg hinaufgetrieben. Dieses Bild ist stark, emotional und ungewöhnlich. Solche Bilder prägen sich ein und schaffen Identität.
Welche sind für Sie die prägendsten Erinnerungen und Momente der CER?
Die intensive Vorarbeit mit PR-Aktionen, der Fernsehbericht des Bayerischen Rundfunks, bei dem wir gemeinsam die Strecke abgefahren sind, der Stolz, als zweiter Bürgermeister und „Rallye-Bürgermeister“ mit einem VIP-Ausweis überall dabei sein zu dürfen, die Spannung direkt an der Strecke, und ganz besonders die Durchfahrt durch unsere Innenstadt. Ein echtes emotionales Highlight war für viele – mich eingeschlossen – der Auftritt der Slowly Sideways. Wenn historische Rallyefahrzeuge durch die Stadt rollen, werden Erinnerungen wach. Das knüpft an die lange Motorsporttradition an, die Hauzenberg mit Unternehmen wie Mattig Tuning über viele Jahre geprägt hat.
Im Motorsportjahr 2025 jagte ein Highlight das nächste. Zahlreiche Veranstaltungen mit internationaler Star-Beteiligung wie ADAC Hallen-Trial, Central European Rally und Speedway GP bescherten den Fans von Motorsport auf zwei und vier Rädern einmalige Momente: faire Positionskämpfe, atemberaubende Präzision und unvergessliche Begegnungen. Wer die Events nicht besuchen konnte, hatte dank hochwertiger Live-Streams und TV-Übertragungen dennoch die Chance, die Action zu verfolgen. Die professionellen Angebote ließen die Spannung zum Greifen nah erscheinen und ermöglichten Einblicke, die man so nur selten erhält.