Datenschutz
Barrierefreiheit
Impressum
Cookie Einstellungen
Motorsport auf Weltklasseniveau
Kapitel 7, Jahresbericht 2025, ADAC Südbayern

Motorsport in Südbayern: mit Leidenschaft auch international weit vorn

Motorsport hat in Südbayern eine lange Tradition und wird hier nicht nur mit großer Leidenschaft, sondern auch mit beachtlichem Erfolg betrieben. Die Region zählt zu den Regionen mit den meisten Motorsportvereinen in Deutschland. Allein im ADAC Südbayern sind rund 200 Ortsclubs organisiert. Aus ihren Reihen gehen immer wieder erfolgreiche Motorsportler hervor, die ihr Talent auch auf internationaler Bühne unter Beweis stellen. Auch bei der Ausrichtung von Veranstaltungen zeigt Südbayern regelmäßig Motorsport auf Weltklasseniveau: vom ADAC Hallen-Trial in Ingolstadt mit nationalen und internationalen Stars der Zweiradszene über den Speedway GP of Germany beim AC Landshut bis hin zur Central European Rally (CER). Diese bot als WM-Lauf drei Jahre in Folge hochklassigen Rallye-Sport und setzte zugleich ein starkes Zeichen für Völkerverständigung. Die Motorsportszene in Südbayern beweist damit immer wieder aufs Neue, dass ihre Leidenschaft und ihr Engagement keine Grenzen kennen.

Scrollen zum Betrachten
© ADAC Südbayern/Flo Huber
INTERVIEW
Vorsitzender Dr. Gerd Ennser

Von 2023 bis 2025 gastierte die FIA Rallye-Weltmeisterschaft mit der Central European Rally (CER) bei uns in Südbayern und setzte dabei Meilensteine. Als länderübergreifende Großveranstaltung in Deutschland, Österreich und Tschechien war sie auch ein starkes Zeichen der Völkerverständigung. Unser Vorsitzender Dr. Gerd Ennser blickt zurück auf die drei Ausgaben der CER.

Die Central European Rally war als Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft in drei Ländern ein einzigartiges und ambitioniertes Projekt. War es aus Ihrer Sicht ein Erfolg?

Die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Organisationen aus drei Ländern war eine große Herausforderung, die wir als ADAC Südbayern federführend gestaltet haben. Sie ist hervorragend verlaufen. Wir haben uns drei Jahre lang als weltoffener Gastgeber präsentiert und die besten Rallye-Fahrer der Welt in die Region geholt. Dabei konnten wir im Schnitt mehr als 100.000 Zuschauer pro Veranstaltung mobilisieren. Insofern: Ja, die CER war aus unserer Sicht ein erfolgreiches Projekt.

Welche sind für Sie die beeindruckendsten Meilensteine der CER?

Ich möchte herausstellen, dass wir ab der ersten Ausgabe eine Veranstaltung auf WM-Niveau mit einer erstklassigen Organisation auf die Beine gestellt haben. Natürlich läuft nicht immer alles tadellos ab. Doch es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen. Das haben wir geschafft. Besonders stolz können wir darauf sein, dass wir schon 2023 bei der Premiere die Anforderungen für das höchste Nachhaltigkeitszertifikat der FIA erfüllt haben. Das ist vor uns noch keinem Veranstalter gelungen. Wir haben das große Glück, dass wir das in diesem Jahr auch beim Comeback der ADAC 3 Städte Rallye weiterhin nutzen dürfen.

Welchen Anteil haben die Menschen in der Region am Erfolg der CER?

Einen unglaublich großen. Die Region hat die Fahrer und Teams der FIA Rallye-Weltmeisterschaft mit großem Enthusiasmus willkommen geheißen und uns in vielen Bereichen unterstützt. Hier geht es bei weitem nicht nur um die Akzeptanz der Bevölkerung, sondern vielmehr um die tatkräftige Unterstützung. Ortsansässige Vereine, Feuerwehren und Hilfsorganisationen haben die Fanzonen bewirtet. Dort haben sich die Fans willkommen und sicher gefühlt. Bedanken möchte ich mich nochmals bei den Kommunen, der Polizei und den Behörden, die unser Projekt begrüßt und unterstützt haben. Hier haben wir Hand in Hand gearbeitet.

UMFRAGE
Wie stehen Sie zu sportlichen Großveranstaltungen in Ihrer Region?
Durch Auswahl einer Antwort können Sie anonym an der Abstimmung teilnehmen.
  • Ich finde sie wichtig – für Wirtschaft, Tourismus und Freizeitgestaltung
  • Ich empfinde den Trubel von sportlichen Großveranstaltungen in meiner Region als anstrengend
  • Kleine, regionale Sportveranstaltungen sind besser und wichtiger als Großveranstaltungen
© Rudolf Hirz
INTERVIEW
Rallye-Bürgermeister Rudolf Hirz

Rudolf Hirz ist zweiter Bürgermeister der Gemeinde Hauzenberg im Landkreis Passau. Unter anderem seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Central European Rally (CER) mit einer Durchfahrtskontrolle, dem Service-Park des ADAC Opel Electric Rally Cup und einer Mittagspause der historischen Autos von Slowly Sideways eine starke Präsenz hatte. Er hat die Strahlkraft der CER erkannt, die weit über das Sportliche hinausgeht.

Sie haben den Beinamen „Rallye-Bürgermeister“ erhalten, da Sie sich für die CER stark gemacht haben. Warum war Ihnen wichtig, dass Hauzenberg ein Teil der CER ist?

Der Beiname ist natürlich augenzwinkernd gemeint, aber er trifft den Kern ganz gut. Mir war es wichtig, dass Hauzenberg Teil der Central European Rally wird, weil diese Veranstaltung weit mehr ist als ein Motorsportevent.

Hauzenberg liegt in einer traditionsreichen Rallye-Region. Viele Menschen hier identifizieren sich seit Jahrzehnten mit dem Rallyesport – als Zuschauer, Ehrenamtliche oder aktive Unterstützer im Verein. Die CER knüpft genau an diese Tradition an und führt sie auf internationalem Niveau fort. Es war mir wichtig, dass unsere Stadt dabei nicht außen vor bleibt, sondern sichtbar Teil dieses großen Ganzen ist.

Zudem bringt die Rallye spürbare Impulse für Hauzenberg: touristisch, wirtschaftlich und auch im Hinblick auf das Image. Hotels, Gastronomie und Einzelhandel profitieren, und gleichzeitig präsentieren wir unsere Region einem internationalen Publikum. Das stärkt den ländlichen Raum nachhaltig.

Nicht zuletzt ging es mir auch um den Zusammenhalt. Vereine, Feuerwehren und Ehrenamtliche wurden aktiv einbezogen. Diese gemeinsame Aufgabe schafft Identifikation und Stolz auf das, was wir als Kommune leisten können. Genau deshalb habe ich mich mit Überzeugung dafür eingesetzt, und im Nachhinein hat jeder gesagt: „Schee war’s.“

Die CER hat zusätzliche Touristen und Umsätze in die Region gebracht. Denken Sie, dass diese positiven Effekte auch noch über die Veranstaltung hinaus nachhallen?

Ich bin überzeugt, dass ein Teil dieser positiven Effekte tatsächlich über die Veranstaltung hinaus nachhallen kann – auch wenn sich Nachhaltigkeit bei solchen Events nicht von heute auf morgen messen lässt.

Zunächst einmal hat die Central European Rally Hauzenberg weit über die Region hinaus sichtbar gemacht. Viele Menschen haben unsere Landschaft, unsere Innenstadt und die besondere Atmosphäre erstmals wahrgenommen. Allein diese Bilder und Eindrücke bleiben im Kopf – und genau dort beginnt nachhaltiger Tourismus. Ob jemand später sagt: „Da fahre ich privat noch einmal hin“, wird sich zeigen, aber die Chance dafür war selten so groß wie jetzt.

Für Hauzenberg war die Rallye zweifellos ein Event der Superlative. Ein Vergleich mit dem Almabtrieb im Zillertal trifft es sehr gut – nur eben „umgekehrt“: Wir haben die Autos auf den Berg hinaufgetrieben. Dieses Bild ist stark, emotional und ungewöhnlich. Solche Bilder prägen sich ein und schaffen Identität.

Welche sind für Sie die prägendsten Erinnerungen und Momente der CER?

Die intensive Vorarbeit mit PR-Aktionen, der Fernsehbericht des Bayerischen Rundfunks, bei dem wir gemeinsam die Strecke abgefahren sind, der Stolz, als zweiter Bürgermeister und „Rallye-Bürgermeister“ mit einem VIP-Ausweis überall dabei sein zu dürfen, die Spannung direkt an der Strecke, und ganz besonders die Durchfahrt durch unsere Innenstadt. Ein echtes emotionales Highlight war für viele – mich eingeschlossen – der Auftritt der Slowly Sideways. Wenn historische Rallyefahrzeuge durch die Stadt rollen, werden Erinnerungen wach. Das knüpft an die lange Motorsporttradition an, die Hauzenberg mit Unternehmen wie Mattig Tuning über viele Jahre geprägt hat.

VIDEO
Motorsportjahr 2025 - Die Highlights in bewegten Bildern

Im Motorsportjahr 2025 jagte ein Highlight das nächste. Zahlreiche Veranstaltungen mit internationaler Star-Beteiligung wie ADAC Hallen-Trial, Central European Rally und Speedway GP bescherten den Fans von Motorsport auf zwei und vier Rädern einmalige Momente: faire Positionskämpfe, atemberaubende Präzision und unvergessliche Begegnungen. Wer die Events nicht besuchen konnte, hatte dank hochwertiger Live-Streams und TV-Übertragungen dennoch die Chance, die Action zu verfolgen. Die professionellen Angebote ließen die Spannung zum Greifen nah erscheinen und ermöglichten Einblicke, die man so nur selten erhält.

Kurz & knapp
Hallen-Trial
Motorsport Krimi für Groß und Klein
Für spektakuläre Motorsport-Action sorgten zehn deutsche und europäische Spitzenfahrer beim 8. ADAC Hallen-Trial Mitte Januar in der Ingolstädter Saturn Arena. Als sie ihre Motorräder über meterhohe Betonelemente, Kanalrohre und Metall-Buchstaben manövrierten und scheinbar die Schwerkraft außer Kraft setzten, blieb den rund 2700 Zuschauern der Atem weg. Bis zur letzten Sekunde war es ein Nervenkrimi, der auch weltweit per Livestream von zahlreichen Trial-Enthusiasten verfolgt wurde. Die Fans vor Ort begeisterten wir zusätzlich mit einer Autogrammstunde und im Rahmen einer ExperienceTour mit exklusiven Einblicken hinter die Kulissen.
Motorsporttage
Ein Fest für erfolgreiche Sportler
Ehre, wem Ehre gebührt. Die Südbayerischen ADAC Motorsporttage boten auch 2025 wieder eine große Bühne für unsere Besten der Besten. Vor mehr als 800 Gästen nahmen rund 180 Geehrte bei der ADAC Sport Gala Südbayern und der ADAC Südbayern Sportlerehrung in einem stimmungsvollen Ambiente ihre verdienten Pokale und Auszeichnungen entgegen. Jahr für Jahr zeigt das Veranstaltungsformat, das die Vorjahreserfolge unserer Sportler feiert, wie hoch das sportliche Niveau in Südbayern ist. So durften wir im vergangenen Jahr mit Martin Smolinski einen Weltmeister sowie sieben Deutsche Meister ehren.
Speedway-Weltmeisterschaft
AC Landshut ist vorbildlicher Gastgeber bei Speedway GP
Mit dem FIM Speedway Grand Prix of Germany setzte der Automobil-Club Landshut am 3. Mai ein beeindruckendes Zeichen. Der Ortsclub richtete zum zweiten Mal in Folge einen Lauf zur FIM Speedway-Weltmeisterschaft aus, dieses Mal als Saisonauftakt. Dabei leistete der niederbayerische Ortsclub großartige Arbeit, um 7800 Bahnsport-Fans in der heimischen OneSolar Arena in der Ellermühle gebührend zu empfangen. Das überzeugte auch den Promoter Warner Bros. Discovery, der den AC Landshut am Jahresende als „Organizer of the Year 2025“ auszeichnete. Weltweit verfolgten übrigens 3,5 Millionen Zuschauer das Event im Fernsehen und im Stream.
BMX
BMX in Südbayern: Attraktiver Nachwuchssport
Bekanntlich ist der Motorsport in der ADAC Familie zu Hause. Als einer von wenigen Regionalclubs bietet der ADAC Südbayern aber auch einer nicht-motorisierten Disziplin eine Heimat, nämlich dem BMX-Sport. Seit vielen Jahren haben der Motorrad- und Autosportclub Königsbrunn, der Motorsportclub Peißenberg und der Motor-Sport-Club Weilheim Abteilungen für den olympischen Zweiradsport. Dabei zeigt sich eindrucksvoll, dass er für den Nachwuchs ausgesprochen attraktiv ist. Denn von den rund 260 Teilnehmern der Südbayerischen ADAC BMX-Meisterschaft waren 190 im Kinder- oder Jugendalter.
SimRacing
Virtueller Motorsport weiter auf dem Vormarsch
Im Herbst 2020 startete der ADAC SimRacing Cup unter der Federführung des ADAC Südbayern zu seiner Kick-Off-Saison. Das gemeinsame Projekt der ADAC Regionalclubs ist stetig gewachsen und umfasst inzwischen sieben Meisterschaften. Diese sprechen Einsteiger ebenso wie routinierte Fahrer an. 2025 nahmen rund 230 Starter an den Wettbewerben der einsteigerfreundlichen und inklusiven Sportart teil. Die Anschaffungskosten für Software und Hardware sind deutlich niedriger als bei anderen Motorsportdisziplinen. SimRacing kann auch als Teamsport betrieben werden. Bei den mehrstündigen Rennen des Sports Cup wechseln sich mehrere Teilnehmer am Steuer der virtuellen Rennfahrzeuge ab.
Bergrennen
Neuer Schwung für Deutschlands schnellstes Bergrennen
Der neue Verein Bergrennen Mickhausen hat ein wahres Meisterwerk vollbracht. Im Februar 2025 wurde er gegründet, und am ersten Oktober-Wochenende richtete er seine erste Großveranstaltung aus. Damit setzte er die lange Tradition des ADAC Bergrennens Mickhausen fort, die nach dem Rückzug des vorherigen Ausrichters zeitweise ungewiss war. Doch es fand sich eine engagierte Truppe rund um Organisationsleiter Klaus Morhammer, die die Veranstaltung mit viel Elan in die Zukunft führt. Innerhalb kürzester Zeit nahm sie die Arbeit auf und sorgte mit höchster Professionalität dafür, dass Deutschlands schnellstes Bergrennen auch 2025 und darüber hinaus stattfinden kann.
Inklusion
Internationale Auszeichnung für unser Inklusionsengagement
Als ADAC Südbayern setzen wir uns unter dem Leitsatz „Motorsport für alle“ für mehr Inklusion im Motorsport ein. Wir setzen dabei auf adaptive Technologien, inklusive Veranstaltungen sowie die Zusammenarbeit mit einem umfangreichen Partnernetzwerk im ganzen Land, um Menschen mit und ohne Behinderungen auf und neben der Rennstrecke zusammenzubringen. Dieser umfassende Ansatz wurde von der FIA 2025 mit dem neu geschaffenen „Empowering Disabled Motorsport Award“ ausgezeichnet, den unser Sportvorsitzender Fritz Schadeck in Usbekistan entgegennahm. Die Auszeichnung ist für uns Ehre und Ansporn zugleich, unser Engagement fortzusetzen.
Netzwerktreffen
Motorsport-Leidenschaft im Generationen-Austausch
Einmal von der Faszination für den Motorsport erfasst, hält diese oft auch über die aktive Karriere hinaus an. Dass die gemeinsame Leidenschaft ein willkommenes Thema zum Zusammenkommen und Austauschen ist, zeigte sich beim ersten Netzwerktreffen für Aktive und ehemals Aktive aus dem Motorsport, das der ADAC Südbayern in München veranstaltete. Etwa 100 Gäste mehrerer Generationen nahmen die Einladung an. Es entstanden einzigartige Momente und Benzingespräche zwischen Menschen, die sich ansonsten womöglich nicht begegnet wären. Für viele von ihnen stand am Ende des Abends fest: Im nächsten Jahr sollen weitere Geschichten erzählt werden.
 
Sie können hier zur Seite scrollen