Sicherheit in vielen Lebenslagen
Unsere Gesellschaft ist ständig in Bewegung – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Sicherheit und Absicherung sind daher heute vielleicht wichtiger denn je. Als ADAC tragen wir dem mit einem breiten Leistungsportfolio Rechnung. Dazu zählen praxisnahe Verkehrssicherheitsprogramme und Fahrsicherheitstrainings für Jung und Alt, ebenso wie technische Beratungen und Prüfservices für unterschiedliche Fahrzeuge. Zudem lindern unsere vielfältigen Versicherungsangebote – von Reise- über Fahrrad- bis hin zu Rechtsschutzlösungen – das Risiko im Schadensfall. Und mit der ADAC Luftrettung und unserem Tochterunternehmen ADAC gelbhilft ist auch in medizinischen Notfällen auf uns Verlass. So begleiten wir Millionen von Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen – mit dem klaren Ziel, ihnen jederzeit ein sicheres Gefühl zu geben.
Mobilität ist ein wertvolles Gut in unserem Alltag. Leider geht mit ihr aber ein gewisses Risiko einher. Als ADAC stehen wir deshalb für weit mehr ein, als lediglich defekte Fahrzeuge wieder flott zu machen. Bei der gemeinnützigen ADAC Stiftung dreht sich alles um das Thema Sicherheit. Dr. Annika Nohe, Leiterin Mobilität, erklärt im Interview, wie sich die ADAC Stiftung für mehr Sicherheit einsetzt.
Was sind die konkreten Ziele der ADAC Stiftung?
Die ADAC Stiftung hat einen klaren Auftrag: Wir machen Mobilität sicherer, und wir verbessern die Chancen, Leben zu retten. Dafür arbeiten wir in zwei großen Handlungsfeldern.
Im Bereich Mobilität stärken wir die Kompetenz der Menschen, sich sicher und verantwortungsvoll zu bewegen. Gemeinsam mit den ADAC Regionalclubs erreichen wir jedes Jahr über 500.000 Kinder mit unseren Mobilitätsbildungsprogrammen. Gleichzeitig erforschen wir das Mobilitätsverhalten junger Menschen, wie in unserer großen Gen-Z-Studie, um daraus Ableitungen für Politik und Gesellschaft zu treffen.
Im Bereich Lebensrettung setzen wir uns dafür ein, dass im Notfall schneller geholfen wird. In Deutschland erleiden jährlich rund 135.000 Menschen einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand; hier entscheidet oft jede Minute. Deshalb engagieren wir uns für flächendeckende Ersthelfer-Strukturen und für Reanimationsunterricht an Schulen, unter anderem mit dem Bayerischen Kultusministerium.
Mit welchen Maßnahmen setzt sich die ADAC Stiftung konkret für das Leben der Menschen ein?
Man kann sagen, wir arbeiten auf drei Ebenen: Bildung, Struktur und Systemverbesserung.
Erstens Bildung: Unsere Mobilitätsprogramme vermitteln Kindern frühzeitig Sicherheit im Straßenverkehr, angepasst an neue Mobilitätsformen und veränderte Alltagswege.
Zweitens Struktur: Wir fördern die Weiterentwicklung von Ersthelfer-Netzwerken, damit bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schneller mit der Reanimation begonnen werden kann. Außerdem unterstützen wir Länder bei der Einführung von Reanimationsunterricht, damit junge Menschen lernen, im Ernstfall zu handeln.
Drittens System: Als alleinige Gesellschafterin der gemeinnützigen ADAC Luftrettung tragen wir dazu bei, dass hochqualifizierte Notfallversorgung aus der Luft möglich ist – ein entscheidender Bestandteil der Rettungskette.
Unser Ansatz ist dabei immer derselbe: Nicht nur Einzelprojekte fördern, sondern Strukturen stärken, die dauerhaft Wirkung entfalten.
Spiegelt sich der fortschreitende Wandel der Mobilität auch in den Mobilitätsbildungsprogrammen wider? Wie oft überarbeiten Sie das Angebot?
Ja, sehr deutlich. Aus klassischer Verkehrserziehung ist moderne Mobilitätsbildung geworden. Kinder sollen nicht nur Regeln kennen, sondern verstehen, wie Mobilität funktioniert und welche Verantwortung sie selbst tragen.
Neue Mobilitätsformen, veränderte Schulwege, digitale Informationsangebote oder Fragen der Nachhaltigkeit fließen kontinuierlich in unsere Programme ein. Inhalte und Materialien werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Gleichzeitig begleiten wir diese Entwicklungen wissenschaftlich, etwa durch unsere Studie zur Mobilität junger Menschen. So stellen wir sicher, dass unsere Bildungsangebote nicht rückwärtsgewandt sind, sondern sich an der Realität von heute und den Anforderungen von morgen orientieren.
Unser Anspruch ist: Wir bleiben nah an den Lebenswelten der Kinder – und nah an der Mobilität von morgen.
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Fahrerassistenzsysteme
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Fahrsicherheitstraining
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Knautschzone
Egal ob Luxus- oder Kompaktklasse, an einer Stelle sollte kein Autohersteller sparen: bei der Sicherheit. Jan Münchhoff, Leiter Entwicklung assistiertes Fahren, assistiertes Parken und aktive Sicherheit bei der AUDI AG erklärt, wie wichtig das Thema auch aus Sicht der Autobauer ist.
Moderne Fahrzeuge sind mit jeder Menge Technik und zahlreichen Assistenzsystemen ausgestattet. Welchen Beitrag leisten diese zur Verkehrssicherheit?
Die permanente Weiterentwicklung der Fahrerassistenzsysteme wird auch in den kommenden Jahren das zentrale Element zur Verbesserung der Verkehrssicherheit darstellen. Der Mensch als verantwortlicher Fahrer hinter dem Lenkrad kann sich als Fehlerquelle bei seinen Reaktionen und Entscheidungen im Straßenverkehr kaum verbessern. Aber die aktive Sicherheitstechnik in unseren Fahrzeugen mit ihren Sensoren, Aktuatoren, der Sensordatenfusion, der dazugehörigen Soft- und Hardwareevolution und natürlich der zunehmende Input der künstlichen Intelligenz hat ein riesiges Potenzial bei der ständigen Verbesserung der Verkehrssicherheit. Unser Ziel ist das unfallvermeidende Auto. Das können wir nur erreichen, wenn wir die Risiken durch die bekannte Fehlerquelle Mensch weiter reduzieren und durch zuverlässige und gleichbleibend permanente technische Systeme ergänzen bzw. langfristig auch ersetzen, wo der Mensch das auch will. Bereits jetzt schon nimmt der intelligente Audi Assistant Routineaufgaben ab und macht kontext- bzw. situationsbezogene Vorschläge.
Wo liegen aktuell die Grenzen von Lenkassistent, adaptivem Tempomaten und Co.?
Die Entwickler von Fahrerassistenzsystemen wollen ihre Funktionen natürlich so zuverlässig wie möglich auslegen. Gleichzeitig aber sollen die Systeme auch eine möglichst geringe Fehlauslösungsquote haben. Oder aus Sicht des Kunden gesprochen: Auf der einen Seite will sich der Fahrer dauerhaft auf die Funktion verlassen können, auf der anderen Seite will er sich nicht durch zu frühes oder überaktives Eingreifen beim Fahren bevormunden oder gar erschrecken lassen. Und diese gegenteiligen Systemeigenschaften muss man bei der Entwicklung und der Applikation auf die verschiedenen Fahrzeugmodelle als verantwortlicher Entwickler immer im Fokus haben. Assistenzsysteme, die nicht zuverlässig funktionieren oder die aus Sicht des Fahrers den Fahrkomfort beeinträchtigen, werden im schlimmsten Fall abgelehnt und beim Fahren nicht mehr genutzt. Deshalb erfassen wir mit verschiedenen Methoden auch das Nutzerverhalten und können nach entsprechenden Auswertungen die Auslegung der Funktionen besser anpassen.
Was ist Ihre Vision des Autofahrens? Würde beispielsweise eine autonome Fortbewegung die Sicherheit im Straßenalltag erhöhen?
Meine Vision des Autofahrens in beispielsweise zehn Jahren ist, dass sich der Fahrer in den allermeisten Verkehrssituationen vollkommen auf das Auto und seine hochautomatisierten Funktionen verlassen kann. Damit kann er seine Zeit sinnvoll nutzen und sich auf andere Aufgaben konzentrieren oder sich einfach entspannen oder auch eine fokussierte Kommunikation führen, auf allen Kanälen seines individuellen digitalen Ökosystems. Gleichzeitig aber kann er mit demselben Auto auch sportlich dynamisch und höchst fahraktiv eine kurvenreiche Serpentinenstraße befahren und eine Menge Spaß dabei haben, ohne auf Sicherheitssysteme zu verzichten, die im Grenzbereich regelnd eingreifen. Egal, wann es tatsächlich so weit sein wird, dass automatisierte und untereinander vernetzte Fahrzeuge in nennenswerten Zahlen auf unseren Straßen zu sehen sein werden – ich bin auf jeden Fall davon überzeugt, dass sie die Verkehrssicherheit signifikant steigern werden. Zusammengefasst würde ich sagen, dass Autofahren in Zukunft sicherer, effizienter und komfortabler sein wird. Arbeits- und aufmerksamkeitsintensive bzw. stressige Fahranteile werden in hochautomatisierten Fahrzeugen nicht mehr vorhanden sein.
Wir als ADAC Südbayern machen uns gemeinsam mit dem ADFC für mehr Achtsamkeit beim Überholen von Radfahrern stark. Denn fehlender Sicherheitsabstand ist eine der häufigsten Ursachen für gefährliche Situationen im Straßenverkehr. Allein 2024 verzeichnete die Statistik über 19.000 Radunfälle in Bayern, darunter 94 tödliche. Und obwohl seit 2020 klare Vorgaben zum Mindestabstand in der Straßenverkehrsordnung verankert sind, wird dieser immer wieder unterschritten. Ein humorvoller Videoclip zeigt, wie schnell mangelnde Rücksichtnahme zu Konflikten führen kann – und wie wichtig der Perspektivwechsel zwischen Auto- und Radfahrern ist.